Höhere Versicherungsbeiträge ab 2020 für BMW fahrer?

  • Im Zweifelsfall anrufen und nachfragen. Kenne auch nur die Formschreiben, Widerspruch bis Datum X (i.d.R. 4 Wochen), Zahlungsfälligkeit meist ein paar Tage drauf. Hatte aber auch schon Änderungen über Vermittler mit so viel Verspätung bekommen, dass die finale Jahresrechnung erst im Februar kam (davor immerhin ein vorläufiger Wisch zur Versicherungsbestätigung) und ich die Schreiben seit November ignorieren sollte…


    Ist auf der Rechnung nicht aufgeschlüsselt, welche Leistungen (HP, TK, VK, Zusatzklauseln) welchen Anteil am Preis haben?


    Typklassen im 20er Bereich tun halt weh, ist nicht zu leugnen.


    Regionalklassen sind auch nicht zu verachten. Wenn ich dem Namen nach gehe, dürfte es Zulassungsbezirk Segeberg sein, der ist 2022 gleich geblieben (5/3/7 - da kann man schon fast neidisch werden), der Wohnortangabe nach wäre es Harz, ebenfalls unverändert (2/3/9 - wenn das so weiter geht weine ich gleich).


    Der Rest ist Statistik aus den 5-50 Merkmalen, die die Versicherung so zusammensammelt und auswertet (das ist mitunter recht unterschiedlich). Wenn männlich, 35, angestellt mit Reihenhaus statistisch mehr Schaden verursacht, als weiblich, 30, selbstständig mit Mietwohnung (fiktives Beispiel) und man in erstere Kategorie fällt, Pech gehabt.

    Im letzten Jahr hat sich bzgl. der Laufleistung sicherlich einiges verschoben, da nicht jeder linear weniger oder günstiger Schadensfälle hat, bloß weil insgesamt weniger gefahren wird.

    Umweltschäden könnten in der TK je nach Region und Abdeckung auch gut gestiegen sein.

    Spätestens bei Leistungen wie Auslandsschutzbrief (z.B. für Länger ohne einheitliche Haftpflicht) hat man selbst gar keinen Einfluss mehr.


    vermutlich gab es weniger Unfälle mit dem X4, weil der so hässlich ist, dass alle Leute immer noch in der letzten Sekunde schockiert ausweichen.

    Im Versicherungsjargon hat man dafür bestimmt eine blumigere Umschreibung, aber genau so wird es sein :D

  • Nein das ist wie gesagt nur ein Standard Schreiben mit den Angaben was sich von 2021 zu 2022 ändert (Haftpflich Klasse) und wann Sie die Summe (03.01.2022) abbuchen werden. Keinerlei Angaben zu Kündigungsrechten wegen Erhöhung oder ähnliches.

    Und nur weil der Eimer von Haftpflicht Klasse 21 auf 22 Gestuft wurde gleich 200€ (fast 20%) mehr pro Jahr einzufordern ist schon ne Ansage. Mein Bruder fährt einen X4 3l Diesel und der kostet knapp die Hälfte an Beiträgen pro Jahr (590€) bei gleich Prozenten, Region und Schadensfreiheit. Ich seh mich hier vor den Kopf gestoßen weil Ich (unverschuldet) nicht mehr anders Reagieren kann als Theater zu machen.

    Grundsätzlich, sobald der Versicherungsbeitrag sich mindestens um 1 Cent erhöht, dabei aber der Versicherungsumfang der gleiche bleibt, hat der Versicherte ein SONDERKÜNDIGUNGSRECHT und kann den Vertrag innerhalb von 4 Wochen nach Zugang der Beitragsanpassung kündigen... Der 30.11 gilt für die reguläre Kündigung...

    Daher, beim Kündigungsbedarf Feuer frei...

    P.S.

    Mein früherer Nachbar sagte immer:

    - R+V - Räuber und Verbrecher...^^.

  • Das stimmt nur bedingt das man ab 1cent Erhöhung direkt kündigen darf. Mich hat es auch erwischt aber auch nur weil der Wagen generell anders eingestuft wurde. Habe auch direkt Kontakt aufgenommen weil ich auch der Meinung war Sonderkündigungsrecht zu haben. Dem ist nicht so. Sonderkündigungsrecht hat man nur wenn die Versicherung von sich aus den Beitrag erhöht. Da dies aber nicht der fall ist, sondern wie bei mir an einer neuen Einstufung des Fahrzeuges liegt, geht man leer aus. Ich muss jetzt auch warten bis ich meinen Vertragt fristgerecht kündigen kann um zu wechseln. Die ersten F30/F31 Modelle kommen eben nun in die Jahre und werden preislich erschwinglicher, ergo auch öfter Unfälle damit und somit höhere Einstufung. Bei mir sind es ca. 100€ mehr als im Vorjahr.

  • Das ist so nicht richtig, n.c.white . Das Sonderkündigungsrecht hat mit dem tatsächlichen Betrag nichts zu tun. Steigt man z.B. in der SF Klasse auf, der Betrag ist aber identisch zum Vorjahr, dann ist dies ebenfalls als Beitragserhöhung zu werten. Wie eine Beitragserhöhung zustande kommt ist irrellevant. Außerdem sind Haftpflicht und Kaskoversicherung getrennt voneinander zu betrachten.


    Hier ist es eigentlich ganz gut erklärt: https://www.autobild.de/artike…versicherung-4479771.html

  • Organized hab mir mal die Mühe gemacht und den Schriftverkehr rausgesucht: im 2. Quartal: Hier ging es um die Anpassung (Erhöhung) des Beitrags aufgrund der Hauptfälligkeit und Typklassenänderung des Fahrzeugs.

    Auf meine Nachfrage hin entsteht kein Sonderkündigungsrecht zur Beendigung der Versicherung, da nicht der Versicherer diese Beitragserhöhung ausgelöst hat.

    Habe mir nun auch den von dir geposteten beitrag durchgelesen. Also hätte ich doch ein Anrecht gehabt? Die Frist is leider nun vorbei, das ganze war schon im September.

  • n.c.white , ich vermute, dass hier die Versicherung irgendwelche Spielchen anwendete, so ein Art Paragraphenreiterei/graue Zone... Ein typischer Fall für zwei Anwälte mit drei Meinungen dazu... Wobei für mich immer noch meine und Organized Version gilt...

    Aber freu Dich, sie wollten Dich nicht gehen lassen, Du bist denen wichtig, sie mögen Dich...:thumbup:^^.

  • Solange der Tarif selbst gleich bleibt, das heißt die Relation zwischen SF, Rabatt, Typ-/Regionalklassen und Preis, also gleiches hat man keinen Anspruch.


    Steigen die schadenfreien Jahre mit geringeren Prozentsätzen, ist der gleiche Preis schon eine Erhöhung. Kann man durch Formulierungen wie “Tarifmodell 2022“ elegant ausdrücken.


    Hat man einen Unfall und wird bspw. so zurückgestuft, dass man statt 25 nun 35% zu zahlen hat, darf der Preis - angenommen Rest bleibt gleich - entsprechend um 40% relativ steigen ohne dass das als Erhöhung seitens des Versicherers gilt.


    Getrennte Betrachtung wirkt sich dann so aus, dass man im vorherigen Fall z.B. einen HP Schaden hatte, in der VK aber weiter sinkt. Wenn die VK dann gleichzeitig günstiger wird, sagen wir um 5% und man auf der Gesamtrechnung trotzdem 40% steigt, gab es zwangsläufig irgendwo eine Tarifanpassung, sonst hätte man unterm Strich ja weniger Mehrpreis haben müssen.


    Hat man dann noch Sonderklauseln drin, in Abhängigkeit vom Fahrzeugalter, Finanzierungsstatus o.Ä. (sowas wie Kaufpreiserstattung bis X Monate nach Kauf oder Restschuldversicherung für Finanzierungen, die naturgemäß auslaufen) wird das mit dem mal eben Nachrechnen schonmal etwas haarig. Oder man wird älter und - auch wenn meist andersherum - der Tarif für jüngster Fahrer 40+ ist teurer, als 30+ … Ich denke das Prinzip ist klar.


    Klingt alles irgendwie tricky, aber es sind bloß Zahlen. Erhöhung bedeutet letztlich immer “mehr bezahlen für gleiche Leistung“. Manchmal albern, was man inzwischen alles explizit aufschreiben muss, aber schonmal ist der Hinweis “Kündigungsrecht bis Datum X“ gar nicht so blöd.