M-Performance Bremse deutlich standhafter als 340i-Serienbremse?

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    • M-Performance Bremse deutlich standhafter als 340i-Serienbremse?

      Liebe Forumsgemeinde,

      ich Frage mich, ob es für mich Sinn macht auf die M-Performance-Bremse für meinen F31 340i MPPSK umzusteigen.

      Die Ausgangssituation ist folgende: Ich habe die normale 340i-Bremse verbaut, nicht die M-Sportbremse. Mein erster Satz Bremsen war bei 49500 km auch im kalten Zustand so verzogen, dass er gewechselt werden musste. Viel Stadtverkehr, einige Passfahrten - ist zwar früh aber ok. Daraufhin wechselte ich zu geschlitzten und angelochten Brembo-Scheiben. Bremsgefühl (bis auf die Geräusche) am Anfang super. Ich habe die Scheiben behutsam eingefahren und die Bremse nicht besonders belastet. Reine Autobahnfahrten, wenig Stadt, keine Pässe oder ähnliches. Nach 5000km fing die Bremse an heißzurubbeln wie verrückt und zwar so, dass man nur einmal von 140 auf 80 abbremsen konnte und daraufhin die nächsten 3-5km fast keine Bremswirkung mehr hatte, weil alles gerubbelt hat. Das habe ich bei meiner Werkstatt reklamiert, woraufhin ich auf die Empfehlung des Meisters hin auf TRW Scheiben (ohne Schlitze/Löcher) und Pads umgestiegen bin. Wechsel war super, keinerlei Rubbeln. Weder heiß noch kalt. Jetzt nach 6500 km fängt das Spiel von vorne an, dass die Bremse nach einer stärkeren Bremsung anfängt leicht heißzurubbeln.

      Eine (nun andere) Werkstatt sagte mir, dass die Scheiben wohl leicht blau angelaufen sind und thermisch überfordert seien. Auch wenn ich mich nicht als übermäßig sportlichen Fahrer bezeichnen würde (flott ja, aggressiv oder gefährlich auf keinen Fall), möchte ich mit meinem 340i jetzt auch nicht wie mit einem 50PS Fiat Panda durch die Gegend schleichen und denke daher über die Empfehlung der Werkstatt nach, die Bremsen zu upgraden.

      Meine Frage an die Pros hier im Forum mit vielleicht ähnlichen Erfahrungen:

      Taugt die M-Performance-Bremse aus dem BMW Zubehörkatalog was? Ist zu erwarten, dass die Bremse die ein oder andere Passfahrt oder sogar mal eine Runde auf dem Hockenheimring übersteht, ohne, dass gleich die Scheiben thermisch überfordert sind und sich verziehen? Die Scheiben vorne sind aktuell bei mir glaube ich 340mm im Durchmesser, dann wären sie 370mm. Bringt das einen großen Vorteil? Diese Upgrade-Bremse ist wenigstens noch einigermaßen preislich vertretbar (ca 2000€) gegenüber bspweise den Brembo GT Bremsenkits.

      Was meint ihr, bringt das Upgrade den gewünschten Effekt oder muss ich mich daran gewöhnen, dass mein 340i doch eher ein souveräner Langstreckengleiter ist?

      Danke für euren Input!

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    • Also grundsätzlich würde ich mal behaupten, dass Du üben solltest zu bremsen. Das eine Bremsscheibe bei einem hoch-motorisierten Fahrzeug nach knapp 50.000km hin ist, ist nicht ungewöhnlich. Das sie allerdings stark verzogen ist schon und das Deine neue Scheibe nach knapp 5.000km schon thermisch überfordert war, bringt mich zu meinem ersten Satz in diesem Beitrag.

      Ich persönlich die Sportbremse von BMW hat vor allem einen optischen Vorteil ggü. der normalen Bremse. Klar ist sie auch größer und kann sowohl mehr Bremskraft liefern, als auch länger höhere Temperaturen aushalten. Aber das ist weiterhin eine Sport- und keine Rennbremse. Wer damit auf Rennstrecken will oder rennstreckenähnliche Anforderungen hat (viele schnelle und enge Passfahrten), der wird mit der Bremse auch nicht zufrieden sein. Dann gleich etwas Gescheites rein, was dann auch mal höhere Anforderungen aushält - mit entsprechenden Betriebskosten.

    • master_p schrieb:

      Also grundsätzlich würde ich mal behaupten, dass Du üben solltest zu bremsen. Das eine Bremsscheibe bei einem hoch-motorisierten Fahrzeug nach knapp 50.000km hin ist, ist nicht ungewöhnlich. Das sie allerdings stark verzogen ist schon und das Deine neue Scheibe nach knapp 5.000km schon thermisch überfordert war, bringt mich zu meinem ersten Satz in diesem Beitrag.
      Bitte diese Sticheleien unterlassen, das bringt doch niemanden weiter. :rolleyes:

      Das stark verzogen bei 50.000 km kam daher, dass ich mit den bereits leicht vibrierenden Scheiben vom Norden Dänemarks noch etwa 2000 km nach Süddeutschland musste. Keine Sorge, ich gehe schon pfleglich mit meinen Dingen um - die Scheiben wurden immer kalt gefahren nach Bergabfahrten oder stärkeren Bremsungen.

      Bei Brembo (erster Satz Ersatzscheiben) gibt es wohl Qualitätsmängel bei der Vernietung, es gibt einige, die ähnliche Probleme mit den gleichen Scheiben hatten. Dass die TRW (zweiter Satz Ersatzscheiben) nun nach 6500 km einwandfreier Funktion auch anfangen heißzurubbeln, verwundert mich eben.

      master_p schrieb:

      Ich persönlich die Sportbremse von BMW hat vor allem einen optischen Vorteil ggü. der normalen Bremse. Klar ist sie auch größer und kann sowohl mehr Bremskraft liefern, als auch länger höhere Temperaturen aushalten. Aber das ist weiterhin eine Sport- und keine Rennbremse. Wer damit auf Rennstrecken will oder rennstreckenähnliche Anforderungen hat (viele schnelle und enge Passfahrten), der wird mit der Bremse auch nicht zufrieden sein. Dann gleich etwas Gescheites rein, was dann auch mal höhere Anforderungen aushält - mit entsprechenden Betriebskosten.
      Danke für deinen Input! Dass das keine Rennbremse ist, ist klar. Ist die M-Performance-Bremse deiner Meinung nach mit einer etwas schnelleren Passfahrt auch bereits überfordert? Meine Frage bleibt: Würde mir das Upgrade ermöglichen, z.B. den Staufenpass im Rahmen der StVO motiviert hoch und runter zu fahren und mir dabei keine Gedanken um überlastete Bremsen zu machen, oder ist das bereits zu viel des Guten? Vorausgesetzt man vergewaltigt die Bremse nicht und macht wieder piano, sobald das Pedal etwas länger wird...

      Gibt es weitere Mitglieder mit Erfahrungswerten? Danke schon mal für die Anmerkungen!
    • Ich hab meinen Karren schon Pässe hoch und runter geprügelt, das hat die Performance Bremsanlage gut mitgemacht. Allerdings gebe ich bergab bei Geraden (zwischen zwei Kehren) so gut wie kein Gas, sondern lasse rollen. Dadurch kann die Bremse zwischendurch vernünftig abkühlen und wird an der nächsten Kehre nicht so brutal beansprucht.

    • Normal sollte es mit der Bremse keine Probleme geben, zum Pässe runterheizen ist aber wohl auch die Performance nicht ausgelegt. Was für eine Ausstattungslinie hat dein Fahrzeug? Hatte das M-Paket nicht extra Kühlkanäle bei der Bremse, welche dem Luxury, Sportline und Advantage fehlen? Vielleicht würde es ja schon reichen die nachzurüsten. Ansonsten hilft nur vorrausschauend fahren, Pässe bergab zu heizen macht vielleicht Spaß, die Belastung ist aber ungemein höher als auf gerade Strecke oder bergauf. Evtl. helfen auch kleinere, leichtere und ggf. offenere Felgen für ein wenig Belüftung oder ein Luftleitblech am Querlenker wie das, dass Audi beim RS3 und TTRS nach massiven Thermik-Problemen bei der Bremse verbaut hat.
      Ein weiterer Faktor sind auch die Bremsbeläge, Bremsscheiben verziehen sich in der Regel nicht so einfach, meist sind das Ablagerungen durch die ausgasenden Beläge. Sportbremsbeläge (nicht der EBC Müll!!!) wie zB. Endless MX & Co. könnten hier unter Umständen schon Abhilfe schaffen.
      Ansonsten gibts gegen Thermikprobleme noch Keramikbremsen, da könntest du entweder eine M3/M4 Bremse nehmen oder bei Movit nach Nachrüstbremsen gucken. Kostet aber halt ne Stange Geld, die macht Temperaturen mit, da fängt die Stahlscheibe an sich zu zersetzen, aber auch die Keramik verschleißt durch die hohen Temperaturen schneller und ist dann ggf. schon deutlich vor 100.000 fällig, zudem greift sie Kalt schlechter und quietscht wie ein Güterzug wenn sie nicht auf Betriebstemperatur ist. Eine normale Brembo Sport Bremsanlage wird nicht viel helfen, denn auch die ist nur eine "Sportbremsanlage" und 2tlg. Scheiben und die Brembobeläge findest du auch für die BMW-Festsattelanlage (die ja auf Brembo-4-Kolbensätteln basiert).

    • DonMoritzo schrieb:

      Bitte diese Sticheleien unterlassen, das bringt doch niemanden weiter.
      Es ging mir hier überhaupt nicht um Sticheleien, sondern um konstruktive Kritik. Man fährt nicht "einfach so" eine Bremse so zusammen, dass sich Scheiben verziehen. Dafür braucht's schon richtig Wärme in den Scheiben und viel zu wenig Abkühlzeit. Vielleicht weniger lange, dafür doller bremsen.


      DonMoritzo schrieb:

      Ist die M-Performance-Bremse deiner Meinung nach mit einer etwas schnelleren Passfahrt auch bereits überfordert?
      Ich würde sagen ja. Es kommt natürlich auf den Pass an. Aber ich bin vor knapp zwei Wochen bei ca. 30+°C Außentemperatur von N nach HH gefahren (mit dem M240i) und zwar richtig mit "gib ihm" und in den Bergen hat man gemerkt, dass der Pedalweg länger und länger wurde. Da bin ich aber auch gefahren, wie ein Henker und bin auch ohne Rücksicht auf's Material in die Bremsen gegangen. Und das war Autobahn, wo die Bremse auch mal ein paar Sekunden am Stück mit 250km/h Luft zugefächelt bekommen hat. Die Öltemperatur und die Wassertemperatur hat das nicht gejuckt die Fahrweise, aber wie geschrieben, das Bremspedal wurde länger und länger - bis kurz vor unangenehm. Wenn ich so weitergefahren wäre, dann hätte ich zumindest mal die Bremsflüssigkeit sicherlich bis Hamburg "kaputtgebremst".
    • Berge ist relativ, auch für Österreich. Der Osten ist flacher als man denkt... ;)

      Zur Bremse und Passstraßen: es kann ua daran liegen, dass man zu lange und durchgehend sanft bremst. Besser ist kurz und kräftig, dann Pause zum abkühlen. Konnte das recht gut im letzten Winterurlaub austesten, zwar mit unserer Familiengurke, aber hat gut geklappt und der Turracher Pass ist auf der Kärntner Seite schon amtlich steil und lang.

      Zweiter Gedanke, da nach Tausch die Probleme begannen: mein damaliger E39 mit 6-Ender war ein Sensibelchen mit Scheiben. Penibel die Auflage vor der Montage reinigen, dann sauber einfahren, gut war es. Da es bei Dir erst nach dem Tausch der OEM kam, hängt es evtl damit zusammen...

      Bisheriges Fahrzeug: E93 335i N54
      Seit 03. Dezember 2019: F31 330d xDrive Sportline. Mods bisher: M-Lenkrad, Sportgetriebe & SLI codiert, M-Nieren schwarz

    • Klar, es wird konstant Wärme induziert und zwischen Belag und Scheibe kann auch keine kühlende Luft vorbeiströmen. Eine kurze harte Bremsung vor der Kurve sollte normal mehr helfen - zudem entsprechend einen niedrigen Gang wählen um die Motorbremse mitzunutzen. Ist natürlich quatsch wenn man nach der Kurve voll durchzieht, da steht man dann aber auch nicht lange auf der Bremse.
      Man kann aber auch viel mit passenden hochwertigen Sportbelägen, einer Bremsenbelüftung und temperaturstabilerer Bremsflüssigkeit erreichen.
      Nicht nur bilden Bremsbeläge oberhalb der Betriebstemperatur Ablagerungen durch Ausgasungen, auch ist der Verschleiß bei hohen thermischen Belastungen höher. Die Beläge gehen also nicht nur kaputt (durch Verglasen zum Beispiel) sondern verlieren auch schon vor diesem Punkt Materialstärke.
      Eine Bremsenkühlung bringt natürlich nur bei der Fahrt etwas, man muss also der Bremse schon die Chance zum Abkühlen geben, sie kühlt dann aber schneller und besser ab, wenn eine Luftzuführung verbaut ist, so dass die kurze Gerade zwischen den Kurven der Serpentine womöglich ausreicht um Schäden zu verhindern.
      Die Bremsflüssigkeit am Ende schützt natürlich nicht die Scheiben oder Beläge aber Standard-Bremsflüssigkeit "altert" mit hoher thermischer Belastung schneller und neigt zudem kurzfristig zur Dampfblasenbildung und damit zu Fading bis hin zum Totalausfall der Bremse. Auch hier ist aber ein kurzes hartes Bremsen von Vorteil da die Scheiben nicht ihre ganze Energie an die Beläge abgeben, denn über die Rückenplatte wandert die Energie in den Kolben und damit in die Bremsflüssigkeit. Brembo GTR Bremssättel haben aus diesem Grund sogar spezielle Bohrungen um die Brücke vom Kolbenteil der auf der Belagträgerplatte aufliegt zu dem Kolbenteil der mit der Bremsflüssigkeit in Kontakt steht zu verkleinern.

    • Also Standfestigkeit im Straßenbetrieb bei unter 200kmh und Standfestigkeit im Rennbetrieb oder extrem sportlicher Fahrweise sind sicher zwei Dinge und sollte man auch unterscheiden.

      Mein IIer Passat (lang ist's her) war die Bremse beim kräftig Bremsen nach 10 Kurven bergab (oder weniger) fast weg, wie wenn sie geölt worden wäre. Pumpen + Handbremse für etwas Wirkung, hab's dann gelassen...

      Beim 4er Golf Variant hat sie nach 10 Kehren am Pass zwar etwas geraucht, der Druckpunkt ist gewandert und später hat sie gerubbelt, aber immer noch anständig gebremst.

      Beim E91 hab ich sie nicht zum Rauchen gebracht (ohne es mutwillig zu provozieren), selbst der Druckpunkt ist nicht gewandert.

      Beim F31 mit M-Sport Bremse hab ich sie bei ähnlichen Situationen einfach nicht annähernd aus der Ruhe bringen können.
      (Über Ring und Co kann ich nicht berichten, könnte mir aber vorstellen, dass da auch heutige Standard- oder Upgradebremsen das Handtuch werfen, wie andere Serienteile am Serienfahrzeug auch...)

      Wenn man ordentliche Verzögerung (jenseits 200 km/h - bei übrigens eher egal als Ösi) und akzeptables Gefühl (ich sag nicht perfektes, weil das die M-Sport Bremse auch nicht hat) will, ist eine gute (upgrade) Serienbremse sicher nicht verkehrt.

      Bei kaum einer Bremse braucht man Angst vor der Passfahrt haben, fast egal ob man richtig - kurz und fest - oder falsch - ständig ein bißchen- bremst.

    • vessel schrieb:

      Wenn ich mir die Rücklichter von den Autos vor mir auf Bergabfahrten so ansehe, dann gibt's viel zu viele Leute, die da gern dauerbremsen.
      Spielt das evtl. auch ne Rolle?
      Ja witzig, das beobachte ich auch sehr oft in den Bergen und hab da letztens mit meiner Tochter drüber geredet bzw erklärt, dass die Leute nicht Bergfahren können. Noch in den 60ern wären die irgendwo rechts am Strassenrand gestanden mit überhitzten Bremsanlagen.

      Ich fahr öfter mit meinem 87er Escort und originaler Bremsanlage in den Bergen (und keinesfalls sanft), jedoch hab ich das selbst bei der originalen kleinen Bremsscheibe (13"-Räder) nicht geschafft, diese zu überfordern. Die Reifen sind zwar sehr am Jammern und nach 2 Sommern/15.000km Schrott, allerdings nutze ich sehr aktiv halt die Motorbremse und Kurven werden stark angebremst.
      Selbst der Chevy mit Automatik wird bergab per Getriebe gebremst
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