Einbruch. Wagen Unfallfrei?

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    • Einbruch. Wagen Unfallfrei?

      Hallo,
      ich habe festgestellt, dass in meinem Wagen, welchen ich gebraucht vor etwa 6 Monaten gekauft habe eine Alarmanlage nachgerüstet bekommen hat. Es handelte sich um einen 3 Jahre alten Leasingrückläufer. Auf Anfrage, habe ich die Reparaturhistorie erhalten. Daraus geht hervor, dass das Auto bei einem Diebstahl komplett ausgeräumt wurde und auch die Kabel durchgeschnitten wurden. Das Auto wurde mir von einem BMW-Händler als Unfallfrei verkauft. Es dürfte sich um arglistige Täuschung handeln, weshalb ich vom Kaufvertrag zurücktreten kann oder?
      Ich bin echt sauer, dass ich von einem BMW Händler nicht über diese bekannten Schäden informiert wurde.

      Was haltet ihr davon und wie würdet ihr vorgehen?

      ""
    • Die finale Antwort kann dir sicher nur ein Anwalt in Zusammenarbeit mit einem Gutachter geben.

      Aber aus dem Bauch raus würde ich sagen - warum ist ein Fahrzeug mit Diebstahlschaden ein Unfaller? Ein leergeräumter Innenraum ist im eigentlichen Sinne erstmal kein Unfall.

      Wenn dir Navi-Display und Lenkrad geklaut werden - ist das ein Unfaller?

      Wenn jemand seine Stoff-Innenausstattung gegen eine aus Leder tauscht - ist das ein Unfaller?

      Selbst zerschnittene Kabel sehe ich nicht als Unfall - solange alles nach Werksvorgabe repariert wurde.

      Also, zusammengefasst: Aus dem Bauch heraus kein Unfaller und keine arglistige Täuschung - das Auto hat im eigentlichen Sinne ja keine Schäden.

      Grüße
      Sven

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    • Ja, das mag sein. Das Problem ist nur das sich ein Richter im Zweifel nicht für deine oder meine Meinung interessiert sondern sich auf die Meinung von Gutachtern stützt.

      Das wollte ich eigentlich eingangs sagen - du wirst HIER keine endgültige Klärung finden, zumal das Thema Unfallwagen ja/nein unendlich viel Raum für Diskussionen lässt.

      Grüße
      Sven

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    • _SR_ schrieb:

      Ja, das mag sein. Das Problem ist nur das sich ein Richter im Zweifel nicht für deine oder meine Meinung interessiert sondern sich auf die Meinung von Gutachtern stützt.

      Das wollte ich eigentlich eingangs sagen - du wirst HIER keine endgültige Klärung finden, zumal das Thema Unfallwagen ja/nein unendlich viel Raum für Diskussionen lässt.

      Grüße
      Sven
      Deswegen hilft nur der gang zum Anwalt und danach evtl. Polizei.

      Fucking Classy

    • Ich würde das Auto zurück geben... Der Verkäufer hat seine Aufklärungspflicht verletzt.


      Hierzu § 434 Abs. 1 S. 2 Nr. 2 BGB Sachmangel

      Dieser liegt vor, wenn die Sache nicht die Beschaffenheit aufweist, die bei Sachen der gleichen Art üblich sind und die der Käufer erwarten darf. Davon sei in diesem Fall auszugehen, da der Käufer eines Gebrauchtwagens im Allgemeinen lediglich mit dem Alter und der Laufleistung entsprechenden Abnutzungserscheinungen und Gebrauchsspuren sowie kleineren Bagatellschäden rechnen müsse. Letztere wurden vom Bundesgerichtshof jedoch derart eingeschränkt, dass die in diesem Thread stehenden Schäden nicht als Bagatellschäden bewertet werden können.

      OLG Köln schrieb:

      1. Die Grenze für Bagatellschäden ist sehr eng zu ziehen. Kein Bagatellschaden liegt vor, wenn bei einem Diebstahl des Fahrzeugs Türen und Seitenwände aufgebogen, Fahrzeugteile (u. a. die Airbags, der Beifahrersitz und die hintere Sitzbank) entwendet und Kabelbäume zerschnitten wurden. Bei derart gravierenden Schäden kann auch nach einer Reparatur mit Originalteilen – ähnlich wie bei Unfallschäden – der Verdacht aufkommt, dass verborgene Mängel verblieben sind oder das Fahrzeug in erhöhtem Maße fehler- und reparaturanfällig ist.
      LG Bonn, Urteil vom 15.11.2010 – 1 O 435/09
      (nachfolgend: OLG Köln, Beschluss vom 21.03.2011 – 5 U 175/10)

      Aus dem Urteil:
      Die Parteien haben auch keine sogenannte „negative Beschaffenheitsvereinbarung“ getroffen, in welcher auf diese Sachmängel hingewiesen worden ist. Der schriftliche Kaufvertrag enthält keine entsprechende Vereinbarung. Im Abschnitt (a) auf der zweiten Seite des Kaufvertrags ist lediglich garantiert, dass das Fahrzeug in der Zeit, in der es sich im Eigentum der Beklagten befand, keinen Unfallschaden hatte.
      [IMG:http://images.spritmonitor.de/855080.png]

      Biete
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      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von hoechris ()

    • Mir wurde im September 2015 in Italien mein Focus aufgebrochen und das Gepäck entwendet. Jedoch mussten einige Teile an der Tür erneuert werden, weswegen ein Schaden von ca 1500€ entstand. Lief auch über Gutachter und Versicherung. Es gab keine Wertminderung und mir wurde vom Gutachter damals auch mitgeteilt, daß bei einem Wiederverkauf der Fahrzeugaufbruch weder als Unfallschaden (obwohl zB die Türen Fahrerseitig nachlackiert werden mussten) noch als Aufbruch-/Einbruchschaden angegeben werden muss.

      Ob diese Aussage auch vor Gericht Bestand hat, weiß ich natürlich nicht.

    • @hoechris
      Bei dem Urteil sind die Schäden mit einem "Und" verknüpft - da uns der Threadersteller über den genauen Umfang des "Schadens" im Dunkeln lässt (und trotzdem eine präzise Antwort erwartet) ist die Vergleichbarkeit deinerseits eine Vermutung - die kann stimmen, muss aber nicht.

      Ich sehe immer noch nicht den Grund zur Wertminderung wenn "nur" Teile, die geklaut wurden, ersetzt wurden. Selbst da sind wir übrigens nicht vom Threadersteller aufgeschlaut worden - WAS wurde geklaut, WO wurde geschnitten, WAS wurde beschädigt.

      Deswegen ist dieser Thread und alle Tipps die wir geben können sinnlos weil Rumgerate aufgrund mangelhafter Informationslage - mal wieder.

      Grüße
      Sven

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    • Hi,

      an diese Situation habe ich bis jetzt noch nie gedacht. Bei meinem Ex-F31 wurde nur das kleine Dreiecksfenster hinten zerschlagen und der Kofferraum leergeräumt.

      Wie das aber bei einem Schaden in der Höhe aussieht? Bitte halte uns auf dem Laufenden. Ohne Anwalt wird da wohl nichts laufen.

      Grüße aus BW :thumbup:

      Ralph

    • hoechris schrieb:

      Ich würde das Auto zurück geben... Der Verkäufer hat seine Aufklärungspflicht verletzt.


      Hierzu § 434 Abs. 1 S. 2 Nr. 2 BGB Sachmangel

      Dieser liegt vor, wenn die Sache nicht die Beschaffenheit aufweist, die bei Sachen der gleichen Art üblich sind und die der Käufer erwarten darf. Davon sei in diesem Fall auszugehen, da der Käufer eines Gebrauchtwagens im Allgemeinen lediglich mit dem Alter und der Laufleistung entsprechenden Abnutzungserscheinungen und Gebrauchsspuren sowie kleineren Bagatellschäden rechnen müsse. Letztere wurden vom Bundesgerichtshof jedoch derart eingeschränkt, dass die in diesem Thread stehenden Schäden nicht als Bagatellschäden bewertet werden können.

      Sehe ich wie du.
      Abgeschnittene Kabel kann man nur vollständig reparieren, wenn man einen neuen Kabelbaum einzieht.

      Ob das passiert ist, kann man einfach prüfen.

      _SR_ schrieb:

      Die finale Antwort kann dir sicher nur ein Anwalt in Zusammenarbeit mit einem Gutachter geben.

      Aber aus dem Bauch raus würde ich sagen - warum ist ein Fahrzeug mit Diebstahlschaden ein Unfaller? Ein leergeräumter Innenraum ist im eigentlichen Sinne erstmal kein Unfall.

      Wenn dir Navi-Display und Lenkrad geklaut werden - ist das ein Unfaller?

      Wenn jemand seine Stoff-Innenausstattung gegen eine aus Leder tauscht - ist das ein Unfaller?

      Selbst zerschnittene Kabel sehe ich nicht als Unfall - solange alles nach Werksvorgabe repariert wurde.

      Also, zusammengefasst: Aus dem Bauch heraus kein Unfaller und keine arglistige Täuschung - das Auto hat im eigentlichen Sinne ja keine Schäden.

      Grüße
      Sven

      Wenn du ein neues Lenkrad hast, dann ist alles ok.
      Du hast ja wieder den Originalzustand.
      F34 335i mit Unfallschaden

      Post 22

      Ich habe meine Zweifel, ob es ihm gut geht.
    • _SR_ schrieb:

      @hoechris
      Bei dem Urteil sind die Schäden mit einem "Und" verknüpft - da uns der Threadersteller über den genauen Umfang des "Schadens" im Dunkeln lässt (und trotzdem eine präzise Antwort erwartet) ist die Vergleichbarkeit deinerseits eine Vermutung - die kann stimmen, muss aber nicht.

      Ich sehe immer noch nicht den Grund zur Wertminderung wenn "nur" Teile, die geklaut wurden, ersetzt wurden. Selbst da sind wir übrigens nicht vom Threadersteller aufgeschlaut worden - WAS wurde geklaut, WO wurde geschnitten, WAS wurde beschädigt.

      Deswegen ist dieser Thread und alle Tipps die wir geben können sinnlos weil Rumgerate aufgrund mangelhafter Informationslage - mal wieder.

      Grüße
      Sven
      Sorry Sven, aber wenn der TE schon sagt, das so ziemlich alles im Innenraum ausgeräumt worden ist, sind wir beim Schaden tatsächlich über die 10 tausend hinaus.. das ist dann definitiv KEIN Bagatellschaden mehr und im dunklen lässt uns diese Beschreibung auch nicht.

      Beste Grüße aus dem Rheinland,

      Colum

      :coffee:

    • Touring320d schrieb:

      Wenn du ein neues Lenkrad hast, dann ist alles ok.
      Du hast ja wieder den Originalzustand.

      Und genau da ist doch das Problem - wir wissen es nicht weil der Threadersteller uns im Unklaren lässt was genau geklaut und beschädigt wurde.

      Um es mal auf die Spitze zu treiben: Wenn der gesamte Innenraum beim Einbruch geklaut wird, aber alles akkurat ausgebaut wurde und nichts weiter beschädigt wurde - Schadenhöhe angenommen 15.000 Euro, aber kein Unfallwagen weil alles 1 zu 1 wieder neu verbaut werden konnte (das wäre dein Lenkradbeispiel auf die Spitze getrieben)?

      Dem gegenüber steht der Einbruch wo NUR die Headunit geklaut wurde, aber das Kabel der Headunit abgeschnitten wurde, also ein neuer Kabelbaum fällig ist - Schadenhöhe angenommen 3.000 Euro, aber aufgrund des Kabels "Unfallwagen" bzw. auskunftspflichtig?

      Hier stecken so viele Variablen drin die wir alle nicht kennen das immer noch die Aussage "Anwalt - Gutachter" steht.

      Grüße
      Sven

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