Chiptuning oder wie ich meinen Motor ruiniere?

  • Hallo Leute,


    das Thema wurde schon oft, vor allem emotional geführt. Sollte ein Admin etc. hier bereits eine Doppelung finden, bitte die Threads entsprechend zusammenführen.


    Ich habe ganz bewusst diese provozierende Überschrift gewählt.


    Worum geht's:


    Der ein oder andere liebäugelt mit einer Leistungssteigerung, die er sich dann gerne via Chiptuning verpasst. Dinge, wie Eintragungen in die Fahrzeugpapiere, Meldung bei den Versicherungen (oder auch nicht), lasse ich mal außen vor. Versprechungen, Erklärungen diverser Tuner und / oder / keine Garantien zum Chiptuning etc. lass ich an dieser Stelle ebenfalls außen vor.


    Habe heute durch puren Zufall einen schönen Beitrag gefunden, den ich Euch nicht vorenthalten möchte.


    Es geht dabei nicht nur um das reine Chiptuning, sondern auch sehr detailiert um das Thema Motoraufbau, Wirkweisen, Materialbeschaffenheiten, Thermodynamik, Entwicklungsüberlegungen und viele andere leckere technische Details, Details für Autoenthusiasten, wie Ihr es wahrscheinlich alle seid.


    Der ein oder andere wird sagen: Kenn ich schon alles, bin selber promovierter Ingenieur, somit kalter Kaffee von gestern...oder bin eh bestens gebildet in Sachen Motorphysik..
    ...andere wie ich, sind fasziniert von der Komplexität dieses Themas. Interessant auch deswegen, weil sich alles um unsere BMW-Motoren dreht.


    Ein sog. offener Brief eines nicht näher bekannten BMW Ingenieurs, aufgearbeitet und interpretiert im Autodrom Magazin, zieht es Euch rein, freue mich auf Diskussionen: :verbeugen:


    Hier nun, wie versprochen der Text:


    "BMW Dieselmotoren - ein offener Brief", Beitrag im Autodrom Magazin, 2016



    http://autodrom-magazin.de/off…ueber-bmw-diesel-motoren/



    Viel Spaß beim Lesen und Diskutieren.



    P.S.: Sollte jemand der Meinung sein, dass es der "gefühlt" Mio. Thread zum Thema "Chiptuning" ist, dann einfach diesen Thread ingnorieren oder löschen bzw. durch einen Admin löschen lassen.

  • Viel interessanter wäre eine Diskussion über den N55, der ja nebst dem Vorgänger N54 als DER Tuning-Motor überhaupt gilt und dessen Komponente auch eher für eine höhere Leistung ausgelegt sind, als die eines 20d, 25d oder 30d... Aber dafür gibts ja das N54-tech (Forum) :D


    Da lautet die Fragestellung dann nicht, wie ich meinen Motor ruiniere sondern wie ich das Beste aus meinem so schon potenten Motor heraushole ;)

  • Der Artikel selbst ist fasst so alt wie das Internet selbst und wurde hier schon des öfteren in unterschiedlichsten Threads aus der Versenkung geholt.

    Gruß Hendric :)


    Umbau von Abgasanlagen und individuelle Endrohrblenden aus Edelstahl - bei Interesse PN


  • Kannte ich nocht nicht!


    Sehr interessant!


    ironie an:" Bedeutet für mich, mein TOP Motor ist ohne Probleme durch Chiptuning noch höher zu belasten :) "ironie aus

  • Das Thema ist doch nicht neu und tuning auch nicht pauschal mit gut oder schlecht zu beantworten.


    Viel mehr geht es darum im Einzelfall zu betrachten was habe ich für einen Motor und was ist diesem zumutbar. "Ich kaufe 114i und gehe auf ein Leistungsniveau eines 125i" ist mit Sicherheit nicht die idealste Voraussetzung um ran zu gehen.


    Der erwähnte N54 (nicht die letzten Generationen!!) ist allerdings ein Paradebeispiel für " was ist möglich"......


    Hier hilft wie überall: Informieren, abwägen, handeln ;)


    Pauschal gibts nur beim Reiseveranstalter :P

  • Das Thema ist doch nicht neu und tuning auch nicht pauschal mit gut oder schlecht zu beantworten.


    Viel mehr geht es darum im Einzelfall zu betrachten was habe ich für einen Motor und was ist diesem zumutbar. "Ich kaufe 114i und gehe auf ein Leistungsniveau eines 125i" ist mit Sicherheit nicht die idealste Voraussetzung um ran zu gehen.


    Damit die Voraussetzung nicht ideal wird musst dann aber die Mehrleistung auch nutzen. Wenn man danach immer noch fährt wie 'ne alte Oma dürfte da erstmal nicht viel schief gehen.


    Zum Brief:
    Es dürfte ziemlich viel Fachwissen dahinter stecken. Es ist jedoch ebenfalls klar, dass der Hersteller kein Interesse daran hat, dass die Leistung gesteigert wird, und diese Gründe sind nicht nur (!!) technischer, sondern auch kommerzieller Natur. Ich arbeite ebenfalls in der Technik in einem relativ komplexen Gebiet. Daher: Viel mehr als das was der schreibt würde mich das interessieren, was er bewusst weggelassen hat.

  • Damit die Voraussetzung nicht ideal wird musst dann aber die Mehrleistung auch nutzen. Wenn man danach immer noch fährt wie 'ne alte Oma dürfte da erstmal nicht viel schief gehen.


    Zum Brief:
    Es dürfte ziemlich viel Fachwissen dahinter stecken. Es ist jedoch ebenfalls klar, dass der Hersteller kein Interesse daran hat, dass die Leistung gesteigert wird, und diese Gründe sind nicht nur (!!) technischer, sondern auch kommerzieller Natur. Ich arbeite ebenfalls in der Technik in einem relativ komplexen Gebiet. Daher: Viel mehr als das was der schreibt würde mich das interessieren, was er bewusst weggelassen hat.

    Was könnte der Verfasser des Offenen Briefes denn aus Deiner Sicht weggelassen haben?


    P.S. Ich fand den Artikel insowiet interessant, da ich auch dem Irrglauben erlegen war, dass die Grundmotoren alle gleich seien. Dass diese sich gerade hinsichtlich der Kolben stark unterscheiden, war bzw. ist mir neu.

  • Das weiss ich ja eben genau nicht. Ich ziehe nur die Analogie aus meinem Bereich: Wenn ich davon ausgehen kann, dass ich vom Knowhow her weit überlegen bin (mit sehr kleiner Wahrscheinlichkeit, dass das Gegenüber auch nur annähernd ähnliches Wissen hat), dann kann ich den in die Richtung lenken wo ich ihn haben will. Dies ohne zu Lügen oder ähnliches, sondern durch Gewichtung und Weglassen von Dingen.


    So spontan würde mir evtl. einfallen: Der Motor muss in allen klimatischen Bedingungen mit einem breiten Band an Sprit- und Ölqualität umgehen können, hat aber trotzdem überall dieselbe Leistung. Warum? Oder bezüglich Entwicklung: Es dürfte auch lukrativ sein gewisse Reserven schon einzuplanen bei der Entwicklung. Z.B. gibt's plötzlich ein Sondermodell mit 30PS mehr. Die Peripherie anzupassen (z.B. grösserer LLK oder so) dürfte einfach sein, aber verbau ich in dem Teil dann wirklich andere Motorinnereien?


    Aber ich wollte nicht den Eindruck erwecken, dass ich Bescheid weiss. Ich fand den ganzen Brief einfach im Grundsatz auffällig einseitig.

  • So spontan würde mir evtl. einfallen: Der Motor muss in allen klimatischen Bedingungen mit einem breiten Band an Sprit- und Ölqualität umgehen können, hat aber trotzdem überall dieselbe Leistung. Warum? Oder bezüglich Entwicklung: Es dürfte auch lukrativ sein gewisse Reserven schon einzuplanen bei der Entwicklung. Z.B. gibt's plötzlich ein Sondermodell mit 30PS mehr. Die Peripherie anzupassen (z.B. grösserer LLK oder so) dürfte einfach sein, aber verbau ich in dem Teil dann wirklich andere Motorinnereien?

    Du vergisst eines:
    Neben den im Artikel angesprochenen Kosten bei Erstausrüster-Qualität, werden Verbrauch und Schadstoffausstoß immer wichtiger.
    ...und je stabiler ich Teile baue, um so schwerer werden sie auch- Stichwort rotierende Massen/Massenträgheit!


    D.h. heute wird ein Motor von vornherein für ein bestimmtes Leistungssprektrum konstruiert und dementsprechend gebaut. Sämtliche Teile sind Gewichtsoptimiert, um den Verbrauch zu senken- bzw. den Schadstoffausstoß zu minimieren. Natürlich sind noch gewisse Reserven eingerechnet...
    ...aber nicht in dem Maße, dass da plötzlich Wunder zu erwarten wären ;)

  • Genau das mit den Reserven meine ich. Wir haben in unserer Firma genau einmal eine Netzteilserie gekauft, die genau so geplant und gebaut wurde wie es die Einsatzspezifikation vorsah, ohne Reserven (weil so 1€ billiger das Stück). Es wurde zum Desaster. Ein paar % als Reserve reichen aber häufig schon. Und davon hat er genau nichts erwähnt. Er hätte ja seine ganzen Aussagen relativiert. Und das meine ich nicht als Vorwurf, sondern denke das hat er aus seiner Position und Intention zu Recht getan.


    Ich meine ja nur: Die Welt ist nicht schwarz und weiss. Es gibt noch etwas grau dazwischen. Er schreibt schwarz, die Chiptuner schreiben weiss (oder umgekehrt, jeder wie er's lieber sieht).