Hallo liebe Forumsgemeinde,
bisher war ich nur stiller Mitleser im Forum, aber nun brauche ich mal selbst euren Rat.
Es geht um meinen 430i GC aus 2019 mit nun ~70.000 km auf der Uhr. Früher lief der Wagen 15.000 km/a bis ~60.000, bei mir eher Kurzstrecke plus 4-5 Wochenenden mit Langstrecken mit 3.000 km/a.
Problem:
Angefangen hat alles damit, dass mir der Motor etwas rau vorkam (hat sich irgendwie fast wie ein Diesel angefühlt). Sehr selten ist mir der Motor beim ersten Anhalten an einer Ampel mal fast ausgegangen, als würde das Auskuppeln die Drehzahl nach unten reißen. Werkstätten meinten, dass kein Fehler ansteht und ihnen subjektiv nichts auffällt. Mir hat es jedoch keine Ruhe gelassen.
Was bisher gemacht wurde:
Also habe ich mir BimmerLink und einen OBD+ENET-Adapter besorgt. Und siehe da: Die Laufunruhe-Werte sind im Idle noch ok, gehen jedoch bei Last bis hoch in den 20er Bereich. Durchschnittswerte einer Logfahrt:
Zylinder 1: +1,5
Zylinder 2: -2,4
Zylinder 3: -2,9
Zylinder 4: +3,7
Sehr selten zählte mal der Zähler der Aussetzererkennung auf Zylinder 2 und 3 hoch, ging aber nie über 1.
Probiert habe ich zunächst zwei Tankfüllungen mit Benzin-Systemreiniger bzw Injektor-Reiniger ohne Erfolg.
Nun habe ich mir Werkzeug (E-Torx) besorgt und wollte mal die Zündspulen durchtauschen. Dabei ist mir aufgefallen, dass im Schacht von Zylinder 2 eine einseitige, bräunliche Verfärbung am Boden sichtbar ist. An Zylinder 1 sieht man blankes Metall. Mir ist bewusst, dass es von der Ventildeckeldichtung bzw. einem verzogenen Deckel kommt. Mir stellt sich aber die Frage, ob die Menge „besorgniserregend“ ist und wollte mal eure Meinung dazu hören. Die angehängten Bilder sind beide von Zylinder #2. Der letzte Zündkerzenwechsel ist nach Wartungsintervall-Vorschrift 10.000 km her. Nach dem Tausch der Spulen von Zyl 1 auf 2 habe ich keinen signifikanten Unterschied loggen können, also sollten die Spulen noch ok sein, oder? Aber bis zum 4. Zylinder habe ich mich wegen des Aufwands mit der Domstrebe noch nicht getraut.
Was ich nun tun würde:
Domstrebe raus, alle Spulen runter und in die anderen Schächte schauen. Dann die Zündkerzen raus und begutachten. Ein Endoskop habe ich mir auch mal besorgt, um den Brennraum zu inspizieren. Dann auf jeden Fall eine unauffällige Spule auf Zyl 4 stecken. Alles zusammenbauen und erneut loggen.
Noch ein paar Fragen, die sich mir stellen:
Was haltet ihr von den Bildern des Zündkerzenschachts #2?
Würdet ihr mir dazu raten auch direkt neue Zündkerzen zu verbauen?
Oder gar Zündspulen, da mindestens eine ja schon Ölkontakt hatte? Bei meiner Recherche konnte nie ausgeschlossen werden, dass die Öldämpfe eine Spule (bzw. den Stecker) in Mitleidenschaft ziehen.
Wenn es die Spulen nicht sind, kann es ja nur ein oder mehrere Injektoren sein, oder habt ihr noch mehr Ideen für Fehlerursachen?
Ich hoffe ich konnte den Sachverhalt anschaulich und nachvollziehbar darstellen und bin dankbar für jede Meinung.
Viele Grüße
Marsellus