Wieso werden Emissionswerte von Dieselfahrzeugen manipuliert?

  • "Damit wir den von Ihnen beschriebenen Sachverhalt klären können, stimmen wir uns bereits mit unseren Kollegen in der Fachabteilung ab. Dies wollen wir sorgfältig tun.
    Hierfür benötigen wir etwas Zeit und bitten Sie deshalb um etwas Geduld. Sobald wir ein Ergebnis haben, setzen wir uns direkt wieder mit Ihnen in
    Verbindung."
    Soweit mal die BMW Kundenbetreuung von heute Nachmittag.


    Das Lachen wir allen noch vergehen, wenn sie im nächsten Jahr mit ihrem Euro 6-Diesel nicht mehr in die Innenstadt kommen.
    http://www.presseportal.de/pm/22521/3126360


    Es sei denn, es sollte sich eben doch herausstellen, dass unsere BMW-Diesel, respektive die wohl besten Dieselmotoren dieser Welt, also die 6-Zylinder, die gesetzlichen Abgaswerte von NO2 (nicht CO2, ihr Lieben!) einhalten, wie es momentan den Anschein macht, dann, ja dann können wir natürlich mächtig stolz sein und unsere "Freude am Fahren" auch weiterhin haben. :thumbup:


    P.S.: NO2 ist ein gefährliches Gift das nichts mit der Erderwärmung zu tun hat, sondern das schlicht und ergreifend Menschen tötet, wenn sie zuviel davon einatmen. Und unsere Diesel-PKW sind nunmal eindeutig die Hauptemissionsquelle für dieses Gift.
    Nicht, dass ich deshalb keinen Diesel mehr fahren möchte, aber die gesetzlichen Vorschriften für die Emissionswerte von NO2 sollte er dann doch bitte auch einhalten.
    Dass sich ausgerechnet die USA darüber echauffieren, halte ich allerdings ebenso für verlogen wie die Streategen des VW-Konzerns. :thumbdown:

    Gruß
    Andreas


    F30 335i xDrive
    Mini Cooper S Roadster


    Vorsicht: Fahrfreude kann süchtig machen! :bmw-smiley:

  • Sorry Andreas F30, aber ich muss hier zumindest das loswerden, dass mir zu deinen Beiträgen echt die Worte fehlen...


    Abgasskandal bei VW = BMW sind auch Betrüger
    Datensicherheit deines Navigationssystems
    STAHLENBELASTUNG DURCH INTERNETNUTZUNG PER IDRIVE


    Wer glaubt, dass Hersteller nicht hier und da mal tricksen, sanft ausgedrückt, sollte sowieso fix aus seiner Traumwelt aufwachen


    Deine Probleme möcht ich haben. Oder nein, lieber nicht... :fail:

  • andreas


    Das ist die Standard-Antwort des Helpdesks, wenn die Probleme nicht direkt vom Helpdesk geklärt werden können. Im Wortlaut die gleiche Antwort hatte ich bekommen als es um meine Steuerkette ging.


    Die Antwort wird sein "Wir halten die Grenzwerte ein, wir manipulieren nicht, sei beruhigt lieber Kunde"


    Die Antworten, die du möglicherweise zur Datensicherheit und zur Strahlungsbelastung (das ist echt eine Hammerfrage) bekommen hast, konntest du deren Wahrheitsgehalt eigentlich nachprüfen? ;)


    Grüße
    Sven

    ---------------------------------------------------------------------------------------------------------

  • Dass sich ausgerechnet die USA darüber echauffieren, halte ich allerdings ebenso für verlogen wie die Streategen des VW-Konzerns. :thumbdown:

    Was NOx und andere Schad(!)stoffe angeht waren die USA schon immer voraus - besonders Kalifornien. Dort gab es Kats bereits in den 70ern und MB brachte in den 80ern bereits einen Diesel mit Partikelfilter nur für die USA.


    Sie machen sich halt über Energieverbrauch und climate change (noch) nicht so verrückt (CO2), aber im Smog-verseuchten Los Angeles sind sie in puncto Luftverschmutzung (und somit direkter Gesundheitsbelastung) schon sensibel.


    Amen

  • Ein guter Artikel zu dem Skandal ;) Endlich verstehe ich um was es genau geht... :D


    http://www.evocars-magazin.de/…abgas-skandal-in-den-usa/


    Und VW hat sich absolut falsch verhalten, aber fairerweise muss man auch sagen, dass die Grenzwerte grundsätzlich nur die Import-Fahrzeuge (kleiner Turbo-Motor) betreffen, also schützen die Amis ihre eigenen Marken:thumbdown:

    Nein - die Grenzwerte betreffen alle. Nur ist es mit einem Benziner kein Problem, NOx-arm durch die Gegend zu gondeln. Und nur die Deutschen wollen den Amis die Diesel schmackhaft machen. Dann müssen sie sich aber (solange TTIP noch nicht in Kraft ist) aber auch an die Regeln dort halten. Niemand hat VW/Audi, BMW und MB gezwungen, Diesel in die USA zu bringen. Die Amis wollen die Trecker eh nicht - kein Wunder bei realen und nicht durch die Steuergesetzgebung verzerrte Spritpreise.



    Die Amis kennen nicht den jahrelangen Protektionismus des Dieselmotors wie in Europa, wo die Grenzwerte für Diesel lascher waren als für Benziner. Das hat aber nichts mit Schutz der eigenen Industrie zu tun, die Industrie hat sich einfach an Grenzwerte und -wichtiger - Kundenwunsch angepasst und nur Benziner gebaut. Wenn überhaupt, dann gibt es diesen Schutz in der EU über die laschen Grenzwerte EU1 - EU5.


    Und noch eine Unterscheidung muss man machen: Motoren emittieren im Realbetrieb immer mehr als in - fast egal welchem - Prüfstand. Der Knackpunkt bei VW ist, dass sie den Prüfstand erkennen und damit betrügen sie die Zulassungsbehörde. DAS ist das Problem, die Amis lassen nicht mit sich spassen. Wichtig ist jetzt herauszufinden, welche in Europa zugelassenen Diesel ihre EU5 oder EU6 - Werte nur mit einer solchen Prüfstandserkennung erzielen. Und diese verlieren alle ihre Betriebserlaubnis.


    Und dann wird es eine politische Entscheidung, die besonders brisant wird, da ohne hohen Dieselanteil wiederum das EU-spezifische Ziel der CO2 Reduktion nicht erreicht werden kann.

  • Nur ist es mit einem Benziner kein Problem, NOx-arm durch die Gegend zu gondeln.

    Naja, ich verweise an dieser Stelle mal auf den N53 (beliebter Motor gerade in den USA), der dank Schichtladung und Magerbetrieb auch ein richtiger NOx-Bomber war. Und gerade die NOx-Sensoren haben bei diesem Motor große Probleme bereitet. Auch die Turbo-Direkteinspritzer-Benziner erzeugen mehr NOx als die alten Ami-V8-Sauger.