Kann es möglich sein, dass die Händler höhere Kosten veranschlagen, wenn eine gegnerische Versicherung in Anspruch genommen wird?
Klares Ja.
Arbeite in der Branche im Bereich Schadenmanagement,
Da gibt es Stories... Wenn der Kunde bereits vor einer genauen Besichtigung des Schadens gefragt wird, ob das ein Versicherungsfall ist oder nicht, weißt Bescheid.
Wir haben teilweise mit Kunden schon das "Experiment" gemacht und zunächst gesagt es läuft über die Vollkasko und
der Kunde hat dann bei der Werkstatt gesagt er trägt es doch selbst:
Aktuelles Beispiel ein Audi TT, EZ 02/2020. Kunde ist rückwärts gegen den eigenen Pfosten gefahren. Heckleuchte drin, Stoßfänger gebrochen, Kotflügel eingedrückt etc.
Erste Kostenvoranschlag für die Versicherung: 7.599,-- € brutto.
Nach Info an die Werkstatt er bezahlt es selbst, da keine Vollkasko besteht: 3.967,-- € brutto.
Fahrzeug wurde natürlich genau so repariert wie es sein sollte.
Woher kommen dann also auf ein mal die 3.600,-- € Differenz?
Da könnte ich alleine über das Thema Bücher schreiben...
Und am Ende des Jahres k*tzen alle ab, weil die Versicherung teurer wird.
Mich beschleicht das Gefühl, dass es deutlich günstiger wird, wenn die Werkstatt mit einer Versicherung mit Werkstattbindung (wie in meinem Fall vor 2 Jahren) abrechnet.
Auch klares ja, da die Werkstätten mit den Versicherern Partnerverträge abschließen.
Die Werkstatt berechnet einen vereinbarten Stundensatz für die Arbeiten etc., dafür erhält die Werkstatt die entsprechenden Aufträge von der Versicherung.
Am Ende win-win für beide, da der Kunde ohne diese Kooperation zum eigenen Autohaus gegangen wäre, und die Werkstatt somit keinen Auftrag bekommen hätte.
Die Versicherung im Gegenzug spart entsprechend Geld ein.